Fallakte 02 · Mosel, Deutschland

Die falsche Weinprobe

Bei der Weinprobe wurden zwei abnehmbare Sortenmanschetten vertauscht – war es Sabotage oder ein Blindtest?

Leicht7–10 Minuten4 Verdächtige · 6 Hinweise

So geht's: Lest die Akte gemeinsam, vergleicht Aussagen und Alibis und legt euch auf Täter und Motiv fest. Die Auflösung steht ganz unten – erst aufklappen, wenn ihr euch entschieden habt.

Die Akte

Tatzeit
Samstag, 2. August – zwischen 14:45 und 15:00 Uhr
Tatort
Gemeinschaftszelt, Campingplatz Moselblick
Betroffen
Weinprobe-Teilnehmer
Schwierigkeit
Leicht

Was passiert ist

Fünf ungeöffnete Flaschen stehen mit abnehmbaren Sortenmanschetten für die Verkostung bereit. Zwei Manschetten passen nicht zum aufgedruckten Rebsortencode auf dem Flaschenhals. Die Flaschen selbst wurden nicht verändert; bis kurz vor Beginn halfen mehrere Camper im Zelt.

Eure Aufgabe

Finden Sie heraus, wer die Weinetiketten vertauscht hat!

Die Verdächtigen

Felix Lauer

Camper / Weinliebhaber · 38 Jahre · Stellplatz A2

Kulturbegeistert und verschmitzt. Liebt Wein-Experimente und Blind-Tastings.

Möglicher Grund:
Möchte prüfen, wie stark Sortenbezeichnungen die Wahrnehmung bei Verkostungen beeinflussen.
Alibi:
Half zwischen 14:49 und 14:55 Uhr beim Aufstellen der fünf Flaschen. Danach war er bei den Gläsern; eine frühere Vorbereitung bleibt offen.
„„Man schmeckt vieles anders, wenn man vorher das Etikett liest. Ich würde bei einer Blindprobe gern einmal Ergebnisse vergleichen.““

Ilse Rahn

Rentnerin · 63 Jahre · Stellplatz B6

Traditionell und prinzipientreu. Mag keine Scherze mit gutem Wein.

Möglicher Grund:
Ärgert sich über die ungenauen Sortenansagen und würde die Probe gern kritisieren.
Alibi:
Die Eingangsliste notiert sie um 15:06 Uhr, nachdem die falschen Manschetten um 15:00 Uhr bemerkt worden waren.
„„Ich nehme Verkostungen ernst. Als ich kam, wurde bereits über die falschen Sorten gesprochen.““

Max Vogt

Camper · 42 Jahre · Stellplatz C4

Locker und experimentierfreudig. Hat gute Stimmung immer dabei.

Möglicher Grund:
Findet unerwartete Weinexperimente lustig und half beim Vorbereiten.
Alibi:
Stellte von 14:45 bis 15:00 Uhr mit zwei anderen die Tischreihe neben der Bühne; die Flaschen befanden sich sechs Meter entfernt.
„„Ich stellte Tische, keine Flaschen. Ein Scherz wäre mir vielleicht eingefallen, aber nicht während des Aufbaus.““

Karin Stein

Organisatorin der Weinprobe · 51 Jahre · Rezeption-nahe Parzelle

Strukturiert und zupackend. Organisiert die Weinproben seit drei Jahren.

Möglicher Grund:
Will die Gäste durch abwechslungsreiche Proben unterhalten, muss aber die korrekte Zuordnung gewährleisten.
Alibi:
Prüfte zwischen 14:47 und 15:00 Uhr mit einer Helferin ausschließlich Gläser und Teilnehmerkarten.
„„Die Sortenmanschetten sind für die Probe abnehmbar. Die Codierung auf den Kapseln bleibt unverändert.““

Die Hinweise

  1. 1.Vertauschte Sortenmanschetten

    Zwei Flaschen tragen abnehmbare Papiermanschetten mit anderen Rebsorten als ihre fest aufgedruckten Verschlusscodes. Beide Flaschen sind noch original verschlossen und unbeschädigt.

  2. 2.Neutrale Vergleichskarte

    Bei den Aufbaupapieren liegt eine Karte mit zwei leeren Spalten „Geschmack ohne Sortenname / Geschmack nach Sortenname“ und der Überschrift „Erst probieren, dann Etikett lesen“. Kein Name steht darauf.

  3. 3.Flaschenliste

    Die Helferliste nennt als Flaschenbetreuung von 14:49 bis 14:55 Uhr Felix. Für Max ist Tischaufbau, für Karin die Gläserkontrolle eingetragen; die beiden arbeiteten dabei mit anderen Helfern.

  4. 4.Zwei unabhängige Beobachtungen

    Eine Helferin sah um 14:52 Uhr jemanden mit zwei Papiermanschetten in der Hand am Flaschenpult; sie erkannte die Person von hinten nicht. Um 15:00 Uhr bemerkt Karin den Tausch anhand der Kapselcodes.

  5. 5.Ankunft von Ilse

    Die Eingangsliste und die Zeugin am Eingang datieren Ilses Eintreffen auf 15:06 Uhr. Die Abweichungen wurden bereits um 15:00 Uhr protokolliert.

  6. 6.Aufbau statt Flaschenzugriff

    Zwei Helfer bestätigen Max am Tischaufbau und Karin bei der Gläserkontrolle bis 15:00 Uhr. Zu den Sortenmanschetten ging während der relevanten Minuten nur der eingetragene Flaschenbetreuer.

Mögliche Motive

  • Um die Weinprobe zu sabotieren
  • Er wollte einen harmlosen Blindtest-Streich machen
  • Um den Wein aus einer Flasche zu stehlen
  • Aus Ärger über die Weinprobe-Organisation

Wer war es – und warum? Legt euch fest, bevor ihr weiterlest.

Auflösung anzeigen▾

Täter/in: Felix Lauer

Motiv: Er wollte einen harmlosen Blindtest-Streich machen

Felix vertauschte die zwei abnehmbaren Sortenmanschetten als unangekündigten Blindtest. Der unveränderliche Rebsortencode auf den Verschlüssen weist den Etikettenfehler nach. Die Platzliste verzeichnet Felix' Aufbauzeit 14:49–14:55 Uhr unmittelbar an den Flaschen; Max und Karin waren zu diesem Zeitpunkt getrennt an Tischen und Gläsern beschäftigt. Felix' früher vorbereitete, in der Ablage gefundene neutrale Vergleichskarte „Erst probieren, dann Etikett lesen“ belegt den experimentellen Zweck m2. Die Manschetten blieben unbeschädigt, die Flaschen verschlossen; für Weinverlust oder Rache gibt es keine Spur. Ilse kam erst nach der festgestellten Abweichung.