Fallakte 01 · Mosel, Deutschland

Der verschwundene Riesling-Karton

Kurz vor dem Winzerabend verschwindet ein Karton Riesling aus dem Gemeinschaftszelt.

Leicht6–9 Minuten4 Verdächtige · 6 Hinweise

So geht's: Lest die Akte gemeinsam, vergleicht Aussagen und Alibis und legt euch auf Täter und Motiv fest. Die Auflösung steht ganz unten – erst aufklappen, wenn ihr euch entschieden habt.

Die Akte

Tatzeit
Freitag, 1. August – zwischen 17:40 und 18:10 Uhr
Tatort
Gemeinschaftszelt, Campingplatz Moselblick
Betroffen
Winzerabend-Organisation / alle Camper
Schwierigkeit
Leicht

Was passiert ist

Für den Winzerabend liegen sechs Flaschen in einem markierten Rieslingkarton im Gemeinschaftszelt bereit. Um 17:40 Uhr ist er noch da, um 18:10 Uhr fehlt er. Vier Camper waren am Nachmittag in der Nähe, doch nicht jeder war durchgehend zu sehen.

Eure Aufgabe

Finden Sie den Riesling-Karton und klären Sie, wer ihn genommen hat!

Die Verdächtigen

Claudia Reuter

Camperin · 46 Jahre · Stellplatz B4

Gastfreundlich, spontan und manchmal gedankenlos. Lädt gerne Leute zum Essen ein.

Möglicher Grund:
Bewirtet spontan Gäste; sie hielt den bereitstehenden Wein möglicherweise für gemeinschaftlich verfügbaren Ausschank.
Alibi:
Bereitete ab 18:05 Uhr ein Grillessen vor. Für den kurzen Weg zwischen Zelt und Stellplatz B4 gibt es zuvor keine durchgehende Beobachtung.
„„Ich dachte, zum heutigen Abend gehört auch ein Glas Riesling. Die Regeln, wer den Wein ausgibt, waren mir nicht ganz klar.““

Felix Lauer

Camper / Weinliebhaber · 38 Jahre · Stellplatz A2

Kulturbegeistert und detailverliebt. Kennt sich mit Mosel-Weinen aus.

Möglicher Grund:
Interessiert sich für den besonderen Jahrgang und plante selbst eine kleine Verkostung.
Alibi:
Ein Foto auf dem Wanderweg um 17:39 Uhr und ein Hüttenstempel um 17:45 Uhr belegen ihn mindestens 35 Gehminuten entfernt; Rückweg zum Zelt nicht vor 18:20 Uhr.
„„Der Wein wäre für eine Verkostung ideal. Ich war aber noch auf dem Wanderweg.““

Paul Brandt

Dauercamper · 61 Jahre · Stellplatz C1

Gemütlich und großzügig. Teilt gerne mit seinen Nachbarn.

Möglicher Grund:
Teilt Getränke gern mit Nachbarn und wusste vom bereitstehenden Karton.
Alibi:
Zwei Schachspieler bestätigen seine ununterbrochene Anwesenheit von 17:35 bis 18:15 Uhr.
„„Im Gemeinschaftszelt standen Getränke. Beim Schach hatte ich aber keine Zeit dafür.““

Hanna Weis

Camperin · 28 Jahre · Stellplatz D3

Hilfsbereit und immer aktiv. Hilft bei der Zeltvorbereitung.

Möglicher Grund:
Ordnet beim Aufbau Kisten und Getränke um; eine Verlagerung wäre nicht ungewöhnlich.
Alibi:
Drei Helfer begleiteten sie während des Aufbaus von 17:35 bis 18:15 Uhr; sie verließ den hinteren Aufbauplatz nicht.
„„Ich habe die Tische und Lichter vorbereitet. Die Getränkekartons waren nicht mein Bereich.““

Die Hinweise

  1. 1.Flasche ohne Herkunftsschild

    Auf Claudias Grilltisch steht ein Riesling derselben Sorte und desselben Jahrgangs. Solche Flaschen verkauft der Winzer auch einzeln; das Etikett allein beweist keine Herkunft.

  2. 2.Karton mit Veranstaltungsnummer

    Beim Grillplatz B4 steht ein gefalteter Sechserkarton mit dem Code „R-17“. Die Reservierungsliste des Winzerabends führt für den fehlenden Karton genau R-17 auf.

  3. 3.Einladung und Ankunft

    Claudias handschriftliche Einladung kündigt für 18:10 Uhr Riesling zum Grillen an. Zwei Gäste sahen sie kurz nach 18:00 Uhr mit einem vollen Sechserkarton ankommen; eine Flasche auf dem Tisch hat ebenfalls Code R-17.

  4. 4.Felix am Aussichtspfad

    Felix ist um 17:39 Uhr auf einem Wegfoto und um 17:45 Uhr am Hüttenstempel belegt. Vom Fotopunkt zum Zelt benötigt man auf dem markierten Rückweg mindestens 35 Minuten.

  5. 5.Pauls Schachpartie

    Zwei Mitspieler sahen Paul von 17:35 bis 18:15 Uhr durchgehend am Schachbrett. Er ging nicht zum Gemeinschaftszelt.

  6. 6.Hannas Aufbaugruppe

    Drei Helfer bestätigen Hannas Anwesenheit von 17:35 bis 18:15 Uhr bei den hinteren Zelttischen. Keiner sah sie zu den Getränken gehen.

Mögliche Motive

  • Um den Wein zu verkaufen
  • Sie nahm den für den Abend bereitstehenden Wein irrtümlich zum gemeinsamen Grillessen und wollte den Rest zurückgeben
  • Aus Protest gegen die Winzerabend-Organisation
  • Um ihn für sich alleine zu behalten

Wer war es – und warum? Legt euch fest, bevor ihr weiterlest.

Auflösung anzeigen▾

Täter/in: Claudia Reuter

Motiv: Sie nahm den für den Abend bereitstehenden Wein irrtümlich zum gemeinsamen Grillessen und wollte den Rest zurückgeben

Claudia nahm den reservierten Sechserkarton zum spontanen Grillabend an ihrem Stellplatz. Ein gefalteter Karton mit der für die Veranstaltung erfassten Chargennummer R-17 steht bei B4; auf Claudias Tisch befindet sich eine Flasche mit derselben Nummer. Das ist stärker als ein gleiches Etikett, das auch andere Flaschen haben. Die Grillgäste sahen Claudia nach 18:00 Uhr mit einem noch vollen Karton kommen; die Zugangslücke zwischen 17:40 und 18:10 Uhr macht den kurzen Weg möglich. Ihre vorbereitete Einladung und der offene Ausschank an andere passen zu m2 (irrig als allgemeiner Wein für den Abend genutzt) und nicht zu Verkaufs- oder Vorratsabsicht. Sie wollte die verbliebenen Flaschen zurückgeben; bereits geöffneter Wein lässt sich selbstverständlich nicht zurückstellen und muss ersetzt werden.