Fallakte 02 · Nordsee, Deutschland

Die Spur im Watt

Autoschlüssel verschwinden nach einer Wattwanderung – Fußspuren führen zu einer Holzbank.

Leicht7–10 Minuten4 Verdächtige · 6 Hinweise

So geht's: Lest die Akte gemeinsam, vergleicht Aussagen und Alibis und legt euch auf Täter und Motiv fest. Die Auflösung steht ganz unten – erst aufklappen, wenn ihr euch entschieden habt.

Die Akte

Tatzeit
Mittwoch, 6. August – zwischen 10:50 und 11:20 Uhr
Tatort
Watt-Wanderweg, Holzbank am Deich
Betroffen
Familie Krause
Schwierigkeit
Leicht

Was passiert ist

Nach der Wattwanderung fehlt der Autoschlüssel aus der Außentasche von Familie Krauses Rucksack. Ein Foto zeigt die Tasche zuvor unverschlossen. Vom Wattweg führen frische Spuren zu einer Bank am Deich, wo eine Fundsachen-Notiz hängt, aber kein Schlüssel liegt.

Eure Aufgabe

Finden Sie den Schlüssel und klären Sie, was mit ihm passiert ist!

Die Verdächtigen

Gerd Mehnert

Rentner / Wattwanderer · 61 Jahre · Stellplatz A1

Hilfsbereit, aber manchmal vergesslich. Sammelt gerne Fundsachen und bringt sie zum Fundbüro.

Möglicher Grund:
Hebt oft verlorene Gegenstände auf, bringt sie aber nicht immer umgehend ins Platzbüro.
Alibi:
Ging gegen 11:10 Uhr allein vom Wattpfad zur Bank; danach wurde sein Weg nicht ständig beobachtet.
„„Beim Fundbüro gebe ich manchmal etwas ab. Heute hatte ich nach dem Wattweg noch einiges zu erledigen.““

Anna Bruns

Camperin / Joggerin · 29 Jahre · Stellplatz C6

Sportlich und zielstrebig. Joggt täglich am Deich entlang.

Möglicher Grund:
Joggte in der Nähe der Bank und hätte etwas aufheben können.
Alibi:
Ihre GPS-Route zeigt sie von 10:45 bis 11:25 Uhr ausschließlich oben auf dem Deichweg.
„„Ich jogge immer am Deich, nie durch das Watt. Ich habe keinen Schlüssel gesehen.”“

Hans Kohl

Wattführer · 46 Jahre · –

Erfahren, ruhig und sehr beobachtend. Kennt den Watt-Wanderweg auswendig.

Möglicher Grund:
Als Wattführer entfernt er manchmal Gegenstände vom Weg.
Alibi:
Führte zu der Zeit zwölf Personen auf einem anderen Abschnitt und erreichte die Bank erst nach 11:45 Uhr.
„„Ich nehme während der Führung nichts auf. Meine Gruppe war die ganze Zeit dabei.”“

Lena Steffen

Schülerin · 16 Jahre · Stellplatz B3 (mit Eltern)

Beobachtend und introvertiert. Sammelt Wattschnecken.

Möglicher Grund:
Sammelt auch ungewöhnliche kleine Gegenstände im Watt.
Alibi:
War zeitweise allein auf dem Weg. Aus dem kleinen Eimer lässt sich kein Ausschluss ableiten.
„„Ich sammle keine Schlüssel. Ich habe den Weg allein gemacht und nichts gefunden.”“

Die Hinweise

  1. 1.Zettel mit Initialen

    An der Bank steht auf einer Notiz: „Autoschlüssel im Schlick gefunden, sicher verwahrt. Fürs Platzbüro: G.M., 11:18 Uhr.“ Ein offizieller Abgabestempel fehlt.

  2. 2.Profilspur zur Holzbank

    Stiefelspuren der Größe 44 führen durch den Schlick zur Bank. An der rechten Ferse fehlt im Abdruck ein schmaler Quersteg.

  3. 3.Abgenutzte Stiefelsohle

    Gerds rechte Stiefelsohle der Größe 44 hat genau an dieser Ferse einen ausgebrochenen Quersteg. Die Schuhgröße allein wäre kein sicherer Nachweis.

  4. 4.Fundsachenbox auf dem Beifahrersitz

    In Gerds offener, als „Fundsachen – Platzbüro“ beschrifteter Box liegt der Schlüssel mit Krauses Schlüsselanhänger. Ein Vermerk lautet „heute Nachmittag abgeben“. Das Auto blieb unbenutzt.

  5. 5.Annas Deichroute

    Die GPS-Punkte belegen den oberen Deichweg ohne Abstieg zum tiefer gelegenen Wattpfad zwischen 10:45 und 11:25 Uhr.

  6. 6.Foto mit offener Tasche

    Um 10:52 Uhr wurde die Gruppe fotografiert: Krauses Schlüsselring ragt aus der offenen Rucksack-Außentasche. Hans' Gruppe befand sich noch weit entfernt.

Mögliche Motive

  • Um den Schlüssel zu behalten und das Auto zu nehmen
  • Er nahm den Schlüssel als Fundsache mit und vergaß, direkt Bescheid zu geben
  • Aus Versehen den falschen Rucksack genommen
  • Um Familie Krause absichtlich zu ärgern

Wer war es – und warum? Legt euch fest, bevor ihr weiterlest.

Auflösung anzeigen▾

Täter/in: Gerd Mehnert

Motiv: Er nahm den Schlüssel als Fundsache mit und vergaß, direkt Bescheid zu geben

Der Schlüssel fiel aus der unverschlossenen Außentasche in den Schlick. Gerd fand ihn gegen 11:10 Uhr und hinterließ um 11:18 Uhr die Notiz G.M. an der Bank. Die beschädigte Querrille seiner rechten Stiefelsohle passt zu der Spur; Schuhgröße 44 allein wäre nicht eindeutig. In seinem Wohnmobil liegt der Schlüssel in einer deutlich beschrifteten Fundsachenbox mit Vermerk zur Abgabe im Platzbüro. Er vergaß den Gang dorthin. Die Belege sprechen für gut gemeintes Aufheben, nicht die Aneignung eines Autos.